Dienstag, 2. Oktober 2007

Vermont

Die letzten 10 Tage verbrachte ich im wunderschoenen Vermont. Genauer gesagt war ich in East-Calais, ein Dorf ca. 10 Minuten von Montpelier entfernt, bei Jim (Terry’s Bruder), Pam und Jack, der 4-jaehrige Sohn. Fuer mich war das eine spezielle Zeit, da ich zum ersten Mal seit ich in den USA bin wieder so richtig in ein Familienleben reingekommen bin. Und erst noch mit einem kleinen Kind. Es war ganz lustig, wieder einmal zu spielen, mir von Jack die Dinosaurier und die zeitlichen Perioden erklaeren zu lassen (Worte wie Parasaurolopus, Pleistocene, Coelophysis, Carboniferous, etc. gehoerten zu seinem Alltagsvokabular!) und mir dabei laufend Sachen vom Babysitterkurs, von Paedagogik und Psychologie in Erinnerung zu rufen. Jack ist jedoch wirklich suess! Ein Charmbolzen vom Feinsten, hats aber faustdick hinter den Ohren, kann extrem stur sein wenn ihm was nicht passt und sieht „Essen“ nur als laestiges Uebel, das ihn vom Spielen abhaelt (hmm, irgendwie erinnert mich das an jemanden...;D). Der „hach-wie-suess-Effekt“ geht aber nei verloren. Neben dem Spielen mit Jack habe ich aber auch noch einige andere Sachen gemacht.
Zum Beispiel sind wir nach Montpelier (die Hauptstadt von Vermont) gegangen. Dort sind wir auf dem Farmer’s Market rumspaziert (VT hat extrem viele Eigenprodukte!). Danach gingen wir zum Hauptstadtsgebaeude, wo Jack ganz interessiert die Fossilien im Boden bestaunte. Weiter gings von dort auf einen Friedhof, der die kunstvoll geschliffensten Grabsteine aus Granit hatte. Es war wirklich wahnsinn, was es dort alles gab: Ein Fussball, ein Flugzeug, ein Bogen aus Kettengliedern, kunstvoll geschliffene Blumen, ganze Portraits und Buesten. Einfach Wahnsinn! Auf dem nach Hause Weg sind wir dann noch bei „Morse Farms“ vorbeigegangen und haben us ein Ahorn-SoftIce geholt. Ich haette nei gedacht, dass das so lecker ist!
Am naechsten Tag sind wir nach „Stowe“ gegangen. Das ist ein Winterski-/Touristenort (erinnerte mich extrem an die Schweiz...). Von dort aus nahmen wir die Gondel (made in Olten, CH) auf den „Mount Mansfield“, wo wir eigentlich ein wenig rumspazieren wollten. Leider war es kaelter als angenommen, also assen wir nur schnell unseren Lunch bevor wir wieder mit der Gondel runtergingen. Es war trotzdem ein sehr schoener Ort und die Aussicht war super! Auf dem Weg nach Hause gingen wir diesmal bei der „Ben&Jerry’s Ice Cream Factory“ vorbei und hohlten uns ein leckeres Dessert. Mmmhh!
Unter der Woche musste Jim jeden Tag arbeiten (hat sein eigenes Spengler Geschaeft), Pam arbeitete teilzeit und Jack ging zur Schule (Pre-School) waehernd Pam arbeitete. So kam es, dass ich auch mal Zeit fuer mich alleine hatte. Diese nutze ich fuer einen Ausflueg an einen kleinen See mit Pam’s Bike. Dort schrieb ich ein wenig in mein Journal, las „Stardust“ (von Neil Gaiman) fertig und genoss einfach die wunderschoene Umgebung. Es war ein warmer, sonniger Tag und die farbigen Blaetter leuchteten wegen der Sonne besonders intensiv. Und der See, so ruhig wie lag, spiegelte das alles auch noch. Beautiful! Ansonsten las ich sehr viel wenn ich Zeit hatte. Ich entdeckte die Harry Potter Buecher im Regal und fand, dass ich mir meine Buecher vielleich besser fuer die langen Zugfahrten aufsparen sollte. Kurzerhand schnappte ich mir Bd. 5 (habe den Film immer noch nicht gesehen...) und in den paar Tagen die mir noch blieben konnte ich den bequem fertig lesen.
Wenn Pam und Jack aber da waren, machten wir natuerlich was zusammen. Zum Beispiel gingen wir an einen groesseren See, ein wenig weiter weg, mit einem Sandstrand. Ueberraschenderweise waren wir- trotz der wunderschoenen Wetters- die einzigen dort. Wir verbrachten den Tag mit schwimmen, baden, mit Jack spielen, Damm bauen, und die sonne geniessen.
An einem anderen Tag gingen wir nach Burlington. Das ist eine groessere Stadt (groesser als Montpelier) in der Pam ins College gegangen ist. Natuerlich kannte sie sich dementsprechend gut aus. Wir liefen hauptsaechlich die „Church St.“, eine grosse (shopping-)Strasse die fuer Autos gesperrt ist- auf und ab. Dort gingen wir in einen Spielzeugladen, assen Lunch und verweilten in einem super Buchladen... Bevor wir uns auf den Rueckweg machten, gingnen wir auf einen Spielplatz mit einem sehr schoenen Blick auf den „Lake Champlain“. Jack tobte sich aus, waehrend Pam und ich die Aussicht genossen.
An den Abenden, nach dem Jack im Bett war, sassen Jim, Pam und ich meistens zusammen im Wohnzimmer, schauten ein wenig TV und/oder redeten.
Jim trainierte schon seit Monaten fuer ein MountainBike-Rennen („Vermont 50“- ein Rennen ueber 50Meilen, also 80km!), dass an meinem letzten Wochenende im Sueden Vermonts stattfand. Waehrend einige Maenner von Calais zusammen an dieses Rennen gingen, trafen sich die Frauen und Kinder dieser Maenner am Samstag Abend bei einer Freundin von Pam zum Pizzaessen. Das war ein wirklich lustiger Abend! Am Sonntag gingen Pam, Jack und ich dann auf einen kleinen Spaziergang den „Owl’s Head Trail“ hinauf. Die Aussicht war wirklich schoen und wir trafen’s wieder super mit dem Wetter. Jack hatte sichtlich freude am „Wandern“ und war ganz begeistert. Wir hatten einen kleinen Snack auf dem Gipfel, gingen zu den verschiedenen Aussichtspunkten und schlussendlich wieder hinunter zum Parkplatz. Wir hohlten uns ein Sandwich zum lunch und fuer den Abend ein Dessert aus einer Baeckerei namens „Rainbow Sweets“. Im Angebot hatte es u.a. Engadiner Nusstorte und der Inhaber verriet mir, dass er auch immer wieder „Biberli“ macht und alle 3 Jahre in die Schweiz geht um Ideeen zu sammeln...Am Abend musste ich dann packen. Es ist unglaublich, wie schnell diese Tage vorbeigerast sind. Ich hatte so eine gute Zeit in Vermont bei Jim, Pam und Jack und es fiel mir wirklich nicht leicht, zu gehen.
Pam fuhr mich am naechsten Tag zur Busstation. Dort kaufte ich mein Ticket und liess mein Gepaeck stehen, da ich 2 Stunden warten musste bis der Bus kam und noch ein wenig in Montpelier rumlaufen wollte. Ich vertrieb mir die Zeit mit Window-shopping und einem Kaffee. Dann kam der Bus und ich ging wieder nach Boston. John hohlte mich nach der Arbeit an der South Station ab und wir gingen wieder „nach Hause“ nach Framingham.
Hier bin ich und bleibe ich- als Zwischenstop- bis Donnerstag, bevor ich weiter nach New York gehen werde. Da John den Tag hindurch arbeiten muss, habe ich nun ganz gemuetlich Zeit, meinen Blogs und Mails nachzukommen.

Ich hoffe ihr seid alle wohlauf!
Much love,
Johanna

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sali Johanna

Super, wie du uns an deinen tollen Erlebnissen teilnehmen lässt!

Keep on writing and taking those wunderfull pictures!

Greets

Stephan